Zoll als Strafe ist Unsinn

Normalerweise erhebt ein Land Zoll auf bestimmte Warengruppen, um die einheimische Wirtschaft bestimmter Branchen vor übermächtiger Konkurrenz aus dem Ausland zu schützen. Daher müsste ein Zoll eigentlich immer auf alle Einfuhren bestimmter Warengruppen erhoben werden, unabhängig vom Land, aus dem importiert wird. Nun hat Trump 25% Zoll für Import von Stahl und 10% für Import von Aluminium eingeführt. Dies begründet mit dem Schutz der amerikanischen Stahl- und Alumiumindustrie. Das kann man richtig oder falsch finden.  Trump ist in der EU nicht gerade beliebt und natürlich schadet dieser Zoll der deutschen Stahl- und Aluminumindustrie. Aber mehr der chinesischen. Wenn jetzt die EU darauf so reagiert, dass sie Einfuhrzölle auf Harley Davidson Motorräder, Orangensaft, Whiskey und bestimmte Jeans erheben möchte, so ist dies ein Beispiel für typische EU-Kleingeistigkeit. Welche einheimischen Wirtschaftszweige sollen damit geschützt werden? Vermutlich ist der wahre Grund, dass die US-Bundesstaaten, in denen die entsprechenden Produkte hauptsächlich erzeugt werden, von Trump-Anhängern geführt werden und die EU sich durch die Drohung mit diesen „Straf“zöllen erhofft, dass diese deshalb Trump beeinflussen, seine Zölle fallenzulassen.
Diese Form von „Straf“zöllen (speziell gerichtet gegen EIN bestimmtes Land) ist sicherlich ein wesentlich gröberer Verstoß gegen den „Freihandel“ als der Zoll, den die USA erheben möchten.

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